Lohnt sich Photovoltaik 2026? Die ehrliche Rechnung
Lohnt sich eine PV-Anlage 2026 noch? Vollständige Beispielrechnung für Franken, Stromgestehungskosten, EEG-Reform 2027 — und wann sich PV nicht lohnt.
„Lohnt sich das überhaupt noch?“ — die Frage hören wir in fast jedem Beratungsgespräch. Und sie ist 2026 berechtigter denn je: Die Einspeisevergütung ist auf 7,70 Cent gefallen, und das Bundeskabinett hat Ende Juli beschlossen, sie für Neuanlagen ab 2027 ganz zu streichen. Trotzdem lautet die Antwort für die meisten Hausbesitzer weiterhin Ja — aber aus einem anderen Grund als noch vor zehn Jahren. Hier die vollständige Rechnung, ohne Schönfärberei.
Das Wichtigste in Kürze
- Der eigene Solarstrom kostet über die Lebensdauer gerechnet rund 9 Cent pro Kilowattstunde — Netzstrom kostet 30 bis 40 Cent
- Eine typische 10-kWp-Anlage mit Speicher amortisiert sich in etwa 9 bis 11 Jahren und läuft danach noch 15 Jahre und länger
- Entscheidend ist nicht mehr die Einspeisevergütung, sondern der Eigenverbrauch — er ist der eigentliche Renditemotor
- Neu seit Juli 2026: Für Anlagen ab 2027 soll die feste Vergütung entfallen. Wer 2026 in Betrieb geht, sichert sich noch 20 Jahre Garantie
- Es gibt Fälle, in denen sich PV nicht rechnet — welche das sind, steht weiter unten ehrlich drin
Die ehrliche Beispielrechnung
Nehmen wir ein typisches Einfamilienhaus in der Region Bamberg: 4.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch, eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Speicher, Investition rund 13.000 Euro (schlüsselfertig, 0 % Mehrwertsteuer).
| Position | Wert |
|---|---|
| Stromerzeugung pro Jahr | ca. 10.000 kWh |
| davon selbst verbraucht (mit Speicher, ca. 70 % Autarkie) | ca. 3.150 kWh |
| Ersparnis Netzstrom (35 ct/kWh) | ca. 1.100 € |
| ins Netz eingespeist | ca. 6.850 kWh |
| Einspeisevergütung (7,70 ct/kWh) | ca. 530 € |
| abzüglich Betriebskosten | − ca. 250 € |
| Nutzen pro Jahr | ca. 1.380 € |
Bei 13.000 Euro Investition ergibt das eine Amortisation nach gut neun Jahren. Danach produziert die Anlage weitere 15 bis 20 Jahre — jede Kilowattstunde davon ist praktisch geschenkt.
Zwei Dinge fallen an dieser Rechnung auf. Erstens: Die Einspeisevergütung macht nur noch rund ein Drittel des Nutzens aus — der Rest kommt aus dem Eigenverbrauch. Zweitens: Genau deshalb trifft die geplante Abschaffung der Vergütung die Wirtschaftlichkeit weniger hart, als die Schlagzeilen vermuten lassen.
Was Ihr eigener Strom wirklich kostet
Die aussagekräftigste Kennzahl sind die Stromgestehungskosten: Investition plus Betriebskosten, geteilt durch die gesamte Stromproduktion über die Lebensdauer. Für unser Beispiel — 13.000 Euro Anschaffung, rund 250 Euro Betriebskosten jährlich, gut 225.000 Kilowattstunden in 25 Jahren — landet man bei etwa 9 Cent pro Kilowattstunde.
Dem stehen 30 bis 40 Cent für Netzstrom gegenüber. Diese Lücke ist der eigentliche Grund, warum sich Photovoltaik rechnet — und sie wird größer, nicht kleiner, wenn die Strompreise weiter steigen. Anders als beim Netzstrom kennen Sie Ihren Preis für die nächsten 25 Jahre schon heute.
Was die EEG-Reform 2027 ändert
Am 29. Juli 2026 hat das Bundeskabinett beschlossen, die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen zum 1. Januar 2027 abzuschaffen. An ihre Stelle soll eine befristete Übergangszahlung treten — deutlich niedriger und nur für wenige Jahre statt für zwei Jahrzehnte. Was das im Detail bedeutet, steht in unserem Ratgeber zur Einspeisevergütung.
Für die Frage „lohnt sich das?“ heißt das zweierlei. Wer 2026 in Betrieb geht, bekommt die vollen 20 Jahre garantiert — die Rechnung oben gilt unverändert. Wer 2027 baut, verliert nach heutigem Entwurfsstand rund ein Drittel des jährlichen Nutzens aus unserer Beispielrechnung. Die Anlage rechnet sich dann immer noch, aber die Amortisation verschiebt sich spürbar nach hinten — und der Eigenverbrauch wird endgültig zum einzigen Hebel, der zählt.
Wichtig zur Einordnung: Das Gesetz ist noch nicht beschlossen. Der Bundestag berät ab September 2026.
Wann sich Photovoltaik NICHT lohnt
Wir verkaufen keine Anlagen, die sich nicht rechnen. Diese Fälle gibt es:
- Stark verschattetes Dach: Bäume, Nachbargebäude oder ungünstige Gauben können den Ertrag so drücken, dass die Rechnung kippt. Was möglich ist, steht unter Verschattung
- Nordausrichtung ohne Alternativfläche: Bei reinem Norddach fehlt schlicht die Einstrahlung
- Sehr niedriger Stromverbrauch: Unter etwa 2.000 kWh im Jahr bleibt zu wenig Eigenverbrauch, um die Investition zu tragen
- Sanierungsbedürftiges Dach: Wenn die Eindeckung in fünf Jahren erneuert werden muss, erst das Dach, dann die Anlage — sonst zahlen Sie die Demontage doppelt. Wer ohnehin neu deckt, sollte Indach-Photovoltaik mit einplanen
- Geplanter Verkauf in Kürze: Eine PV-Anlage steigert den Immobilienwert, aber selten um die vollen Anschaffungskosten
Die fünf Faktoren, die über die Rendite entscheiden
- Eigenverbrauchsquote — der mit Abstand größte Hebel. Jeder Prozentpunkt mehr ist bares Geld (Eigenverbrauch)
- Dachausrichtung und Neigung — Süd ist optimal, Ost-West aber fast gleichwertig und oft sogar praktischer (Ost-West-Anlage)
- Anlagengröße — größere Anlagen sind pro kWp günstiger. Das Dach ausnutzen zahlt sich fast immer aus
- Speicher und steuerbare Verbraucher — Speicher, Wallbox und Wärmepumpe heben den Eigenverbrauch deutlich
- Strompreisentwicklung — je teurer der Netzstrom, desto schneller die Amortisation
Was Dächer in Franken liefern
Ein Wort zur Region, weil Ertragsangaben oft für Süddeutschland pauschalisiert werden: In der Region Bamberg und Oberfranken liefert ein Kilowatt-Peak je nach Ausrichtung und Verschattung rund 950 bis 1.050 Kilowattstunden im Jahr (spezifischer Ertrag). Das ist weniger als am Bodensee, aber mehr als in Norddeutschland — und vollkommen ausreichend für die Rechnung oben. Wir legen Anlagen grundsätzlich mit realistischen Regionalwerten aus, nicht mit Bestwerten aus dem Prospekt.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage 2026 noch?
Ja, für die meisten Hausbesitzer. Der eigene Solarstrom kostet über die Lebensdauer rund 9 Cent pro Kilowattstunde gegenüber 30 bis 40 Cent Netzstrom. Eine 10-kWp-Anlage mit Speicher amortisiert sich typischerweise in 9 bis 11 Jahren und läuft danach noch 15 Jahre und länger.
Rechnet sich PV auch ohne Einspeisevergütung?
Ja, wenn der Eigenverbrauch stimmt. In einer typischen Rechnung stammen bereits heute rund zwei Drittel des Nutzens aus eingespartem Netzstrom und nur ein Drittel aus der Einspeisevergütung. Fällt die Vergütung weg, verlängert sich die Amortisation, die Anlage bleibt aber wirtschaftlich.
Wie lange dauert es, bis sich eine PV-Anlage amortisiert?
Mit Speicher und gutem Eigenverbrauch etwa 9 bis 11 Jahre, ohne Speicher je nach Verbrauchsprofil 11 bis 14 Jahre. Bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren produziert die Anlage danach über die Hälfte ihrer Laufzeit praktisch kostenlosen Strom.
Wie viel Strom liefert eine Anlage in der Region Bamberg?
Rund 950 bis 1.050 Kilowattstunden pro Kilowatt-Peak und Jahr, abhängig von Ausrichtung, Neigung und Verschattung. Eine 10-kWp-Anlage erzeugt damit etwa 9.500 bis 10.500 Kilowattstunden jährlich.
Wann lohnt sich Photovoltaik nicht?
Bei stark verschatteten oder reinen Norddächern, bei sehr niedrigem Stromverbrauch unter etwa 2.000 kWh im Jahr, bei sanierungsbedürftiger Dacheindeckung und wenn ein Verkauf der Immobilie kurz bevorsteht.
Sie wollen wissen, wie die Rechnung für Ihr Dach aussieht? Wir schauen uns Ausrichtung, Verbrauch und Dachzustand an und legen Ihnen eine ehrliche Kalkulation vor — auch dann, wenn das Ergebnis gegen eine Anlage spricht. Kostenlose Beratung anfragen.
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„Wir schauen uns Ihr Dach an und rechnen ehrlich durch – auch dann, wenn das Ergebnis gegen eine Anlage spricht.“
Matthias Zeiler, Geschäftsführer M&M Solar Bamberg


















