Hydraulischer Abgleich
Definition
Beim hydraulischen Abgleich wird die Heizungsanlage so eingestellt, dass jeder Heizkörper und jeder Heizkreis genau die Wassermenge bekommt, die er für seinen Raum braucht — nicht mehr und nicht weniger. Ohne Abgleich werden nahe Heizkörper überversorgt, entfernte bleiben kalt, und die Anlage fährt unnötig hohe Vorlauftemperaturen.
Kurz erklärt
Für Wärmepumpen ist der Abgleich keine Kür: Eine Wärmepumpe arbeitet mit kleinen Temperaturunterschieden und großen Wassermengen; ist die Verteilung schief, muss die Vorlauftemperatur hoch, und die Jahresarbeitszahl sinkt. Deshalb verlangt die KfW-Heizungsförderung den Abgleich als Voraussetzung — nach Verfahren B, also mit raumweiser Heizlastberechnung. Praktisch heißt das: Der Fachbetrieb berechnet die Heizlast jedes Raums, ermittelt die nötigen Durchflüsse, stellt voreinstellbare Thermostatventile oder Strangventile ein und dokumentiert das Ergebnis. Fehlen voreinstellbare Ventile, werden sie getauscht. Der Aufwand liegt im Einfamilienhaus typischerweise bei einem halben bis einem Arbeitstag.
Häufige Fragen
Ist der hydraulische Abgleich für die Wärmepumpen-Förderung Pflicht?
Ja. Die KfW-Heizungsförderung 458 setzt einen hydraulischen Abgleich nach Verfahren B voraus, bestätigt vom Fachbetrieb. Ohne diese Bestätigung wird der Zuschuss nicht ausgezahlt.
Was kostet ein hydraulischer Abgleich?
Im Einfamilienhaus als Richtwert einige hundert bis rund tausend Euro, abhängig von der Zahl der Heizkörper und davon, ob Ventile getauscht werden müssen. Beim Einbau einer Wärmepumpe ist er meist Teil des Angebots und damit förderfähig.
Was bringt der Abgleich außer der Förderung?
Gleichmäßig warme Räume, keine Fließgeräusche, niedrigere Vorlauftemperatur und dadurch spürbar weniger Stromverbrauch der Wärmepumpe. Bei Bestandsanlagen sind fünf bis fünfzehn Prozent Einsparung realistisch.
Ausführlich: Wärmepumpe mit Photovoltaik in Bamberg · Ratgeber Wärmepumpe mit Photovoltaik
Verwandte Begriffe: Vorlauftemperatur · Heizlast · Jahresarbeitszahl

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